Sport mit Hörgerät – was muss ich beachten?
Nicht selten machen sich Hörgeräte-Neulinge Sorgen, mit ihrem neuen Wegbegleiter keinen bzw. nur noch eingeschränkt Sport treiben zu können. Diese Bedenken sind verständlich, großteils jedoch unbegründet – denn die meisten Sportarten können auch mit Hörgerät ausgeübt werden.
Immerhin ist gutes Hören beim Sport ein wesentlicher Sicherheitsfaktor. Wichtig ist nur, dass das Hörsystem zur sportlichen Aktivität passt bzw. mit entsprechendem Schutz versehen wird. Erwähnen Sie deshalb am besten gleich beim ersten Beratungsgespräch mit dem Hörakustiker, welche Sportarten und Freizeitaktivitäten Sie praktizieren.
In diesem Beitrag erfahren Sie
- warum es so wichtig ist, Hörsysteme vor Feuchtigkeit zu schützen,
- was es bei Wassersport mit Hörgerät zu beachten gilt und
- worauf Sie bei Ball-, Kontakt- und Kampfsportarten mit Hörgerät achten sollten.

Hörgeräte vor Schweiß und Feuchtigkeit schützen
Flüssigkeiten zählen nicht umsonst zu den größten Feinden elektronischer Geräte. Moderne Hörgeräte sind zwar gegen Spritzwasser geschützt – schwitzt man jedoch stark (etwa beim Sport im Sommer, bei intensiven Sportarten oder in der Sauna danach), kann Schweiß durch Öffnungen am Mikrofon, Batteriefach oder Hörer eindringen und die Elektronik zerstören.
Durch seinen sauren pH-Wert und den enthaltenen Harnstoff richtet Schweiß dabei noch schneller Schaden an als Wasser. Mit folgenden Tipps können Sie die Lebenszeit Ihres Hörsystems verlängern:
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Bei Indoor- und moderaten Ausdauersportarten (Walken, Yoga, Pilates…) sorgen Sie am besten mit einem Schweißband dafür, dass weniger Schweiß in die Nähe des Hörgerätes gelangt.
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Beim Hörakustiker gibt es spezielle Hüllen, die Ihr Hörgerät vor eindringendem Schweiß schützen. Diese halten das Hörgerät auch trocken, sollten Sie beim Outdoor-Sport einmal in den Regen kommen.
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Es gibt auch bereits Hörsysteme, die wasserresistent, schmutz- und schweißabweisend sind – für ambitionierte Sportler vermutlich die komfortabelste Lösung.
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Sollten Sie grundsätzlich stark schwitzen oder viel Sport betreiben, sollten Sie Ihr Hörsystem öfters beim Hörakustiker warten lassen (etwa vier Mal anstatt wie üblich zweimal jährlich).
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Mit einem speziellen Hörgeräte-Trockner können Sie Ihr Hörsystem jederzeit desinfizieren und trocknen – was für weniger Reparaturen sorgt und die Lebensdauer eines Hörgeräts erhöht.
Wassersport und Hörgerät
- Auch beim Wassersport sollten Hörgeräte durch spezielle Schutzhüllen („Ear Gear“) geschützt werden.
- Als zusätzlichen Schutz vor Nässe und Verlust können Sie Ihr Hörsystem noch mit einem speziellen Stirnband fixieren – was allerdings meist die Lautstärke etwas dämpft.
- Für Schwimmsportler eignen sich Hörgeräte mit spezieller Beschichtung und Bauweise: Sie verfügen an den Öffnungen über eine wasserdichte Membran, die Schall trotzdem weiterleitet und über eine rutschfeste Oberfläche. Mit solchen Hörsystemen können Sie sogar tauchen – allerdings nur bis zu wenigen Metern Wassertiefe.
Da es sich bei modernen Hörgeräten um Minicomputer handelt, ist die Kombination aus Wasser und Hörgerät generell mit Vorsicht zu genießen. Darum immer unbedingt vorab mit dem Hörakustiker abklären, ob Sie Ihr Hörsystem beim Wassersport tragen können.

Sport-Clips für besonders intensive Sportarten
Dass Hörgeräte nicht verrutschen, ist so gut wie bei jeder Sportart wichtig – weshalb viele Hörsysteme bereits über eine rutschfeste Oberfläche verfügen.
- Gerade bei Ball-, Kontakt- oder Kampfsportarten können Hörgeräte jedoch schnell beschädigt werden bzw. Verletzungen am Ohr nach sich ziehen.
- Wer solche Sportarten ausübt und dabei nicht auf seine Hörgeräte verzichten kann, sollte sich beim Hörakustiker weichere Ohrpassstücke anfertigen lassen. Sie bieten noch besseren Halt im Ohr und reduzieren das Verletzungsrisiko bei Tritten oder Schlägen.
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