Hörtest: warum, wann, wie oft und wo?
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, Gesundheitschecks oder Sehtests sind für die meisten Menschen ganz normal. Das Hörvermögen wird dabei jedoch gerne vernachlässigt – vor allem, weil viele Hörschwächen sich nur schleichend bemerkbar machen. Gerade deshalb sollten Sie Ihrem Gehör Beachtung schenken.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
- warum, wie oft bzw. wann ein Hörtest empfohlen wird,
- wo Sie Ihr Gehör kostenlos und unverbindlich testen lassen können,
- wie ein Hörtest im Detail abläuft und
- was geschieht, wenn der Test einen Hörverlust anzeigt.
Warum zum Hörtest?
Sowohl Überbelastung, Krankheiten als auch einfach nur das Älterwerden können unser Hörvermögen reduzieren. Im Gegensatz zu Sehschwächen bleiben Hörverluste jedoch oft jahrelang unbemerkt, weil sie einem selbst kaum bzw. erst sehr spät auffallen. Gerade bei altersbedingten Hörminderungen wird man erst oft von Familienmitgliedern oder Freunden darauf hingewiesen, dass man Fernseher oder Radio ungewöhnlich laut aufdreht. Auch in Gesprächen fragen sich Betroffene häufig: Warum sprechen die anderen so undeutlich? Denn gefühlt hören sie alles laut genug, nur die Worte werden undeutlich wahrgenommen.
Trotzdem scheuen sich viele, einen Hörtest machen zu lassen – primär aus Angst, den Hörverlust dadurch ans Licht zu bringen und ein Hörgerät tragen zu müssen. Fakt ist aber: Je früher eine Hörschwäche erkannt wird – sprich, je mehr Töne noch wahrgenommen werden – desto einfacher ist sie korrigierbar und bringt dem Betroffenen Lebensqualität zurück.
Wann und wie oft soll ich einen Hörtest machen?
-
Experten empfehlen, bis zum 50. Lebensjahr alle zehn Jahre und ab 50 einmal jährlich einen Hörtest zu machen.
-
Wer in lärmbelasteten Berufen bzw. Umgebungen arbeitet, sollte sein Gehör einmal pro Jahr testen lassen.
-
Auch wenn Sie selbst das Gefühl haben, bestimmte Töne oder Geräusche schlechter/undeutlicher wahrzunehmen als früher, ist es Zeit für einen Hörcheck.
-
Wenn Sie in alltäglichen Gesprächen häufig nachfragen müssen, oder Ihr Umfeld sie darauf aufmerksam macht, sollten Sie Ihr Gehör testen lassen.
Grundsätzlich sind Hörtests sowohl beim HNO-Arzt als auch beim Hörakustiker möglich.
Wichtig: Bei plötzlich auftretenden Hörproblemen sollten Sie jedoch immer einen HNO-Arzt aufsuchen!
Wie läuft ein Hörtest ab?
Hörakustiker bieten kostenlose und unverbindliche Hörtests an. Grundsätzlich dauern diese nur wenigen Minuten – da je nach Bedarf aber noch spezifische Tests anfallen können, empfiehlt es sich, am besten gleich vorab einen Termin zu vereinbaren. Anfangs macht sich der Hörakustiker ein Bild zu Ihrer Hörsituation. Dazu zählen Fragen zu Vorerkrankungen, selbst wahrgenommenen Hörschwierigkeiten oder etwaigen Lärmbelastungen.
Mittels der Tonschwellenaudiometrie wird schließlich das Hörvermögen analysiert. Dieser Hörtest erfolgt unter Laborbedingungen in einem schalldichten bzw. geräuschisolierten Raum bzw. einer Kabine. Dabei setzen Sie einen Kopfhörer auf, über den sehr tiefe bis sehr hohe Töne im Frequenzbereich von 125 bis 8.000 Hertz eingespielt werden. Jeder Ton beginnt sehr leise und wird mit der Zeit immer lauter. Sobald Sie einen Ton links oder rechts wahrnehmen, drücken Sie einen Knopf bzw. eine Taste. Keine Sorge – da jede Messung mehrfach wiederholt wird, spielt es keine Rolle, wenn Sie einmal zu spät oder zu früh das Signal geben.
Zusätzlich zur Tonschwellenaudiometrie kann ein Vibrationstest mit einer Stimmgabel erfolgen, der Aufschluss über etwaige Probleme des Mittelohrs (Schallleitungs- oder Schallempfindungsschwerhörigkeit) gibt.

Anhand dieser Tests erstellt der Hörkustiker (bzw. HNO-Arzt) ein Audiogramm, das Ihre Hörschwelle grafisch darstellt. Anhand dessen ist ersichtlich, ob Abweichungen vom normalen Gehör bestehen und wenn ja, um welche Art von Hörverlust es sich handelt, dh. welche Frequenzbereiche betroffen sind und wie ausgeprägt die Hörminderung ist. Zur Veranschaulichung: Den Grad eines Hörverlustes könnte man in etwa vergleichen mit der Dioptrienstärke bei einem Sehtest.
Abhängig von der Art des Hörproblems nimmt der Hörakustiker nach Bedarf noch weitere, spezifische Tests vor. So lässt sich etwa mittels Sprachaudiometrie feststellen, ob bzw. wie sich ein Hörverlust auf das Sprachverständnis auswirkt.

Was passiert, wenn der Hörtest einen Hörverlust anzeigt?
-
Sollte ein Hörverlust vorliegen, besprechen Sie mit dem Hörakustiker, welche Hörlösungen für Sie infrage kommen.
-
Ein Hörgerät soll nicht nur Ihre Hörminderung bestmöglich ausgleichen, sondern auch Ihrem Lebensstil (Beruf, Sport und Freizeit, Hobbies) entsprechen und Ihren Alltag mit passenden Zusatzfunktionen erleichtern.
-
Das A und O bei Hörgeräten ist die perfekte Anpassung: Bis ein Gerät perfekt an Ihr Gehör und an Ihre Bedürfnisse adjustiert ist, vergehen meist mehrere Wochen.
-
In dieser Zeit können Sie unverbindlich und kostenlos verschiedenste Hörgeräte ausprobieren. Ihr Hörgeräteakustiker steht mit Rat und Tat zur Seite und nimmt die technische Feinjustierungen vor.
-
Sobald Sie sich für ein Hörgerät entschieden haben, wickelt der Hörgeräteakustiker alles weitere mit Ihnen ab: von der Abrechnung mit der Krankenkasse bis hin zu spezifischen Handhabungs-, Pflege- und Wartungstipps für Ihr Hörgerät.
Auch #sehenswert

Ursachen von Hörverlust und Hörstörungen

Was Hörtherapien bewirken
