Anzeichen für Hörverlust bei Kindern
Je später Hörschwächen erkannt werden, desto mehr beeinflussen sie die kindliche Entwicklung. Kinder, die akustische Reize in der Wachstumsphase nicht oder nur reduziert wahrnehmen, haben nicht nur Probleme, Sprache zu erlernen. Ohne akustische Impulse von außen leiden auch kognitive sowie soziale Fähigkeiten. Sprich, unbehandelte Hörverluste erschweren nicht nur den Austausch mit anderen, sondern führen fast immer auch zu Lernschwierigkeiten.
In diesem Beitrag erfahren Sie
- warum Hörschwächen bei Kindern erst oft spät erkannt werden,
- wie sich Hörverluste bei Babys und Kindern äußern,
- was zu tun ist, wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind schlecht hört.
Hörverluste bei Kindern früh genug erkennen
Grundsätzlich gilt: Je jünger das Kind, desto schwieriger ist ein Hörverlust festzustellen. Denn solange ein Kind noch nicht spricht, kann es sich diesbezüglich auch nicht artikulieren.
- Viele Hörverluste werden bereits kurz nach der Geburt beim sogenannten Neugeborenen-Hörscreening festgestellt.
- Spätere Diagnosen sind schwieriger – es gibt jedoch einige Symptome, die auf einen Hörverlust bei Kindern hindeuten.
Anzeichen für einen Hörverlust bei Babys und Säuglingen
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- Das Baby reagiert nicht auf laute Geräusche bzw. wacht davon nicht auf.
- Es reagiert nicht auf Stimmen, selbst wenn es z. B. im Arm getragen wird.
- Es reagiert nicht auf Spielzeug, das laute/rasselnde Geräusche von sich gibt.
- Es brabbelt nicht und versucht auch keine Laute zu formen.
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- Es brabbelt, macht aber in der Sprachentwicklung keine Fortschritte.
- Das Baby bzw. Kind hat Schwierigkeiten zu erkennen, woher ein Geräusch kommt (die Augen des Kindes suchen die Geräuschquelle nicht bzw. folgen ihr nicht).
Anzeichen für einen Hörverlust bei Kindern
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- Das Kind stellt das TV-Gerät bzw. Radio lauter ein als sie selbst.
- In Gesprächen/bei Telefonaten fragt es wiederholt nach, weil es Probleme hat, Sie oder andere zu verstehen.
- Es wirkt so, als würde sich das Kind auf Lippenlesen verlassen.
- Es reagiert nicht auf einfache Anweisungen oder wenn Sie es rufen.
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- Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten entwickeln sich langsamer als bei Gleichaltrigen.
- Lehrpersonen fällt auf, dass das Kind im Unterricht unkonzentriert wirkt bzw. nicht richtig zuhört.
- Nach der Schule ist das Kind oft erschöpft oder frustriert, spricht kaum und zieht sich zurück.
- Das Kind wirkt sehr schüchtern und/oder eigenbrötlerisch bzw. auffallend aggressiv.

Mein Kind hört schlecht – was tun?
Trifft eines bzw. treffen mehrere der genannten Symptome auf Ihr Kind zu, empfiehlt sich als erster Schritt ein Termin bei Kinderarzt bzw. beim HNO-Arzt. Moderne Hörtests sind völlig schmerzfrei und in der Regel in wenigen Minuten erledigt.
Wie Hörverluste bei Kindern behandelt werden, hängt vom Auslöser ab:
- Infektionsbedingte Hörschwächen werden meist mit Medikamenten behandelt.
- Genetisch bedingte bzw. bleibende Hörverluste erfordern oft speziell auf Kinderohren angepasste Hörgeräte.
- In bestimmten Fällen empfiehlt der Arzt ein Cochlea-Implantat – sprich, eine künstliche Hörschnecke, die ins Ohr eingesetzt wird und das Hörvermögen wiederherstellt. Damit das Kind sich an die neue Hörsituation gewöhnen kann, wird es in dieser Zeit vom Hörakustiker bzw. Arzt unterstützt.
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